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Das Grab war leer
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Alle vier Evangelisten berichten, dass das Grab, in das Jesus nach seinem Tod am Kreuz gelegt worden war, vom 3.Tage an leer war. Es besteht also kein Grund, an dieser Tatsache des leeren Grabes zu zweifeln. Dafür gibt es auch Zeugen; und bezeugt ist auch, dass es sich um ein ganz bestimmtes und neues Grab handelte, das Joseph von Arimathäa für sich selbst in den Fels hatte schlagen lassen (Mt 27, 57-60).

Das Grab Jesu war immer schon Anziehungspunkt und Kultstätte für christliche Pilger und ist es bis heute; es befindet sich nach alter Überlieferung unter der Grabeskirche im christlichen Viertel der Altstadt von Jerusalem. Armenier, Orthodoxe und Katholiken einigten sich zuletzt auf die äußerst notwendig gewordenen Renovierungsarbeiten, die seit Mai vorigen Jahres intensiv betrieben wurden. Nach zehn Monaten emsiger und professioneller Arbeit, also seit 22.März 2017, erstrahlt nun rechtzeitig zum heurigen Osterfest die Kapelle über dem Grabe Jesu in neuem Glanz.

Das leere Grab löste damals unter den Getreuen Jesu keinen Osterjubel aus, sondern eher Enttäuschung, Furcht und Entsetzen. Wo war der Leichnam? Wer wollte, konnte nachprüfen, dass sich der Leichnam Jesu wirklich nicht im Grab befand. Aber wohin hatte man ihn gebracht? Nur Leinentücher, daneben zusammengebunden das Schweißtuch, waren zu finden; auch dafür gibt es Zeugen. Von einem Raub konnte also nicht gesprochen werden, schließlich war das in einen Fels gehauene Grab versiegelt und von römischen Soldaten streng bewacht worden. Und niemand stiehlt einen Leichnam und wickelt ihn davor aus; die Leinenbinden und das Schweißtuch lagen getrennt voneinander im leeren Grab (Joh. 20, 5f.). Die Grabesleere allein ist allerdings noch kein Beweis, aber grundlegend für Jesu Auferweckung, denn sie gewinnt und besitzt den Charakter eines deutlichen Zeichens: für die leibliche Auferstehung. Nach jüdischer Vorstellung gab es die Leiblichkeit der Auferstehung am Ende der Zeiten.

In Jubelgesängen der Osterzeit wird „das leere Grab“ mehrfach besungen. So z.B. im bekannten Lied „Der Heiland ist erstanden“ GL 830, das in mehreren gesanglichen Fassungen vorliegt; da heißt es in der 2.Strophe: „…der Tod hat keinen Stachel mehr, der Stein ist weg, das Grab ist leer – Halleluja“. Das Lied GL 834 beginnt gleich mit: „Das Grab ist leer, der Held erwacht, der Heiland ist erstanden …“.

„Am dritten Tage auferstanden von den Toten“, so bekennen wir im Credo. „Die Auferstehung der Toten“ bekräftigt eindringlich auch der Apostel Paulus in 1Kor 15, 13 f., indem er sagt: „Wenn es keine Auferstehung der Toten gibt, ist auch Christus nicht auferweckt worden. Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer und euer Glaube sinnlos …“. Also dürfen wir alle hoffen, – gestützt auf das Zeugnis seiner Auferstehung – das ewige Leben zu erlangen – und können in österlicher Freude jubeln: Halleluja!

 

(H.T.)