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WENN DER WEG MUTWILLIG VERSPERRT IST …
© Hans Peter Friedrich

Ein persönliches Erlebnis auf unserer diesjährigen Fußwallfahrt brachte mich auf folgende Impuls-Gedanken: Ein herrlich strahlender Sonnentag. Wir als Pilger sind allesamt bei bester Laune und wandern gut gestärkt auf einem wunderschönen Waldweg dem Ziel des zweiten Tages entgegen; doch was ist das? Plötzlich stellen sich uns, die wir auf sichtbar markiertem Weg unterwegs sind, umgesägte Bäume, abgehauene Sträucher quer über den Weg entgegen. Bergauf ohnedies keuchend müssen wir dieses Gestrüpp und die über den Weg liegenden Baumstämme überwinden, was zusätzlich Kräfte kostet. Da will jemand deutlich sichtbar den Durchgang dieses schönen Abkürzungs-Weges unterbinden! Mit guter Laune, gegenseitiger Aufmunterung und einander angebotener Hilfe haben wir schließlich auch diese Hürden auf unserem Pilgerweg geschafft.

© Hans Peter Friedrich

Mir ist aus diesem geschilderten Wandererlebnis unwillkürlich der Zen-Spruch eingefallen, der Konfuzius zugeschrieben wird: „Der Weg ist das Ziel“. Ist das Ziel überhaupt erreichbar, wenn derartige Unbilden und Hindernisse den Weg verstellen? Kann ein schrecklich zugerichteter Weg zugleich das Ziel sein? Der Weg = das Ziel! Der Spruch ist quasi eine Gleichung, die auch umkehrbar ist und „das Ziel = der Weg“ lauten kann. Der Weg in diesem Zitat wird gerne als Bild für den „Lebensweg“ genommen. Ein Weg, der durch störende Fremd-Einwirkung nur schwer zu begehen ist, kann, ja muss wohl korrigiert werden. Hindernisse können zwar beiseite geräumt werden, und der Weg wird dann wieder frei, doch wenn das nicht möglich ist, bedarf es neuer Entscheidungen. Auch Umwege sind einzuplanen und ratsam, vorausgesetzt, wir sind auf dem richtigen Weg zum von uns klar erkannten Ziel. Und das Ziel gibt nicht nur die Richtung an, es kann schlussendlich von Erfolg und Glück gekrönt sein, es ist wohl die ersehnte Vollendung des mühsamen, aber dann doch Erfolg und Glück bringenden Weges …

(H.T.)